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Europa wächst zusammen

Autofahrer benutzen bei ihren Fahrten in Europa Navigationsgeräte, Bürger entdecken auf ihren Geocaching-Touren die Innenstädte, Wanderer lassen sich mit satellitengestützten GPS-App ihrer Smartphone oder Tabletts durch die Landschaft führen und Rettungsdienste werden mit eingebauten GPS-Geräten zu den Einsatzorten geführt.

Die Bereitstellung dieser Daten ist für die europäischen Länder eine Herausforderung. Bezogen sie bisher ihre Flur-, Straßen- und Landkarten auf unterschiedliche Abbildungssysteme wie das Gauß-Krüger –System in Deutschland, wird zukünftig ein einheitlicher europäischer Bezugsrahmen genutzt. Das europaweite UTM-Koordinatensystem wird die Grundlage für alle Vermessungspunkte bilden. Die Arbeiten für die Umstellung verrichten in den einzelnen Bundesländern die Vermessungsämter.
Seit fünf Jahren laufen die Vorbereitungen im Zollernalbkreis für die Umstellung.

Das Vermessungsamt hat aus den 40.000 Festpunkten im Landkreis ca. ein Viertel als sogenannte Passpunkte ausgewählt und mit hochgenauen Satellitenmessgeräten auf wenige Zentimeter neu vermessen. Auf die Vermessungspunkte beziehen sich alle Flurstücksgrenzen, Gebäude und topographische Gegenstände (Uferverlauf der Gewässer, Böschungen). Sie liegen innerorts auf Straßen, in der Feldlage in Wäldern, Äckern und Wiesen und bilden die Grundlage für die spätere Überführung. Für die Mitarbeiter des Vermessungsamtes war dies eine äußerst interessante Tätigkeit. Bei jedem Wetter waren sie im Außendienst unterwegs. Insbesondere in der Nähe von ausgezeichneten Wanderwegen mussten sie öfters interessierten Wandersleuten ihre Tätigkeit erklären. Anspruchsvoll waren auch die Untersuchungen der vielen kleinen Rutschungen am Fuß des Albtraufes der Schwäbischen Alb, wenn sich Vermessungspunkte in den letzten 30 Jahren um wenige Zentimeter talabwärts bewegten.

Das Projekt konnte bereits drei Monate vor dem offiziellen Ende im Dezember angeschlossen werden. Anfang Oktober erfolgten die abschließenden Messungen hierfür. Die Umstellungsarbeiten werden durch das Landesamt für Geoinformatik und Landentwicklung durchgeführt. 2017 erhalten dann alle Grenzpunkte und Gebäudeecken neue UTM-Koordinaten. Die bilden zukünftig die maßgebliche Festlegung der Grundstücksgrenzen.
 
Mit der Einführung des UTM- Koordinatensystems werden Spannungen an den Landes- und Bundesgrenzen behoben. Zusätzlich wird die Möglichkeit geschaffen, in ganz Europa in einem einheitlichen Koordinatensystem zu arbeiten.
 
Für den Bürger hat die Umstellung nur insoweit Auswirkungen, dass bei zukünftigen Datenabrufen bzw. Auszüge aus dem Liegenschaftskataster die UTM-Koordinaten auftauchen.